Gemeinsame Erklärung der betroffenen Quartiere
Nachbarschaften wehren sich gegen Parlamentsneubau
Die Quartiervereine rund um den Landsgemeindeplatz lehnen den geplanten Neubau des Kantonsratssaals vehement ab. Sie kritisieren den massiven Eingriff ins Stadtbild, den Verlust öffentlichen Raums und das intransparente Vorgehen der Behörden. Die Anwohnerschaft fordert den Grossen Gemeinderat auf, den Landtauschvertrag zwischen Stadt und Kanton abzulehnen und den historischen Platz zu erhalten. Ihre Stellungnahme im Wortlaut:
Nein zum Bauprojekt am Landsgemeindeplatz
Die Nachbarschaften Landsgemeindeplatz, Altstadt-Obergasse und Unteraltstadt lehnen den geplanten Neubau des Kantonsratssaals am Landsgemeindeplatz entschieden ab.
Ein schwerwiegender Eingriff ins Quartier
Der geplante Bau würde das Erscheinungsbild und die Lebensqualität unserer Quartiere massiv beeinträchtigen. Der Landsgemeindeplatz ist eine der wenigen verkehrsfreien Flächen in der Altstadt und bildet mit der historischen Linde, dem Regierungsgebäude und der Seepromenade ein harmonisches Ensemble. Der voluminöse Neubau würde diesen einzigartigen Ort unwiederbringlich verändern und eine „Staumauer“ zwischen Altstadt und See errichten.
Wertvoller öffentlicher Raum geht verloren
Die heutige Nutzung des Areals mit der Voliere, dem Kiosk und den Sitzmöglichkeiten bildet einen beliebten Treffpunkt für Jung und Alt. Dieser öffentliche Raum würde durch einen Verwaltungsbau ersetzt, der primär der Politik dient und nur für wenige Sitzungen pro Jahr genutzt wird.
Intransparentes Vorgehen und mangelnder Einbezug der Betroffenen
Besonders kritisieren wir das intransparente Vorgehen der Behörden. Weder die Quartierbevölkerung noch die betroffenen Nachbarschaften wurden in den Planungsprozess einbezogen. Erst aus den Medien erfuhren wir von dem bereits ausgehandelten Vorvertrag zwischen Stadt und Kanton. Diese Geheimhaltungstaktik ist eines demokratischen Gemeinwesens unwürdig und missachtet die berechtigten Interessen der direkt betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner.
Forderungen der Quartiervereine
Die Nachbarschaften Landsgemeindeplatz, Altstadt-Obergasse und Unteraltstadt fordern:
1. Die Ablehnung des Landtauschvertrags durch den Grossen Gemeinderat der Stadt Zug.
2. Den dauerhaften Erhalt des Landsgemeindeplatzes als öffentlichen Raum.
3. Einen respektvollen Dialog mit der Quartierbevölkerung bei künftigen Projekten, die unser Wohnumfeld betreffen.
Gemeinsames Handeln für unsere Quartiere
Die Nachbarschaften rufen alle Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere sowie alle Zugerinnen und Zuger, denen der Erhalt des historischen Stadtbildes am Herzen liegt, dazu auf, sich gegen dieses Projekt zu engagieren. Gemeinsam können wir verhindern, dass unser einzigartiges Stadtbild und die Lebensqualität unserer Quartiere einem überflüssigen Prestigeprojekt geopfert werden.
Wir stehen für Gespräche mit den Verantwortlichen zur Verfügung und sind bereit, konstruktiv an Alternativen mitzuarbeiten.
Nachbarschaft Landsgemeindeplatz
Nachbarschaft Altstadt-Obergasse
Nachbarschaft Unteraltstadt